


Vom Wasserturm zum Museums-Highlight
Im Jahre 1985 wurde auf fünf Etagen und rund 150 m² Ausstellungsfläche die wichtige Aeronautiksammlung des renommierten Augsburger Ballonfahrers Alfred Eckert im 1906 errichteten ehemaligen Gersthofer Wasserturm eröffnet – und entwickelte sich rasch zum Publikumsmagneten. Um das Thema noch attraktiver und zeitgemäßer zu vermitteln, wurde das Museum 2003 mit einem eindrucksvollen Neubau um weitere vier Ausstellungsebenen auf nunmehr ca. 1200 m² großzügig erweitert. Zusammen mit der angeschlossenen Stadtbibliothek bildet das Ensemble ein lebendiges Kulturzentrum im Herzen Gersthofens, das seinesgleichen sucht. Mit der Erweiterung gehört das Ballonmuseum Gersthofen auch zu den großen deutschen Technikmuseen in rein kommunaler Trägerschaft.
Auf einem Rundgang über neun Ebenen erfahren Sie alles über die Anfänge und die Geschichte der Ballonfahrt, über die Technik, die Herstellung und den Ballonsport, die wissenschaftliche wie militärische Nutzung des Ballons und über Rekorde und Katastrophen.



Augsburg und Gersthofen als Zentren der Ballonfahrt
Dabei lässt sich der regionale Bezug zur Geschichte des Ballonfahrens in Deutschland immer wieder in der Ausstellung erkennen – zum Beispiel in der Abteilung um Maximilian Freiherr von Lütgendorf, der 1786 erfolglos versuchte, vom Augsburger Siebentischwald aus als erster Deutscher mit dem Ballon aufzusteigen. Als der Augsburger Rat weitere Versuche untersagte, wagte der Luftfahrtpionier einen weiteren, erfolglosen Start – in Gersthofen, damals eine kleine Ortschaft. Die originalgetreue Nachbildung seiner Gondel ist eines der spektakulärsten Exponate im Ballonmuseum.
Die Gründung der August Riedinger Ballonfabrik Augsburg im Jahr 1897 machte Augsburg zum Zentrum der Ballonherstellung. Die Ansiedlung eines Chemiewerkes der Firma Hoechst in Gersthofen als Lieferant für das Traggas Wasserstoff war 1901 ein weiterer entscheidender Aspekt für die Gründung des Augsburger Vereins für Lufschifffahrt (heute: Freiballonverein Augsburg e.V.) als vierten Ballonsportverein im damaligen Deutschen Reich. Auf dem Gersthofer Vereinsstartplatz "Via Claudia" mit direkter Gasversorgung vom Chemiewerk-Komplex fanden und finden bedeutende internationale Meisterschaften statt.
Und besonders 1930/1931 rückte Augsburg ins Zentrum der Weltöffentlichkeit, als Prof. Auguste Piccard und sein Assistent, Paul Kipfer, von Augsburg aus mit einem Spezialballon aus der Produktion Riedinger (und mit Wasserstoff Gersthofer Provenienz) und einer wegweisenden Druckkugel auf damals noch nie erreichte 15781 Meter in die Stratosphäre aufsteigen - und so in den Weltraum vorstießen.
Den Nachbau der Druckkugel können Sie im Ballonmuseum begehen, und ein Hörspiel mit einem Auszug aus dem Bordbuch versetzt Sie unmittelbar "live" in diese dramatische Forschungsfahrt.

